Zusammenfassung
Shopify ist schnell eingerichtet. Doch sobald regelmäßig Bestellungen eingehen, wird die Zahlungsabwicklung oft deutlich teurer als die monatliche Shopgebühr. Im deutschen Basic-Paket kosten Standard-Kartenzahlungen beispielsweise 2,1 % plus 0,30 € pro Zahlung. Bei Grow sind es 1,8 % plus 0,30 €, bei Advanced 1,6 % plus 0,30 €. Klarna liegt in diesen drei Paketen bei 2,99 % plus 0,35 €.
Du kannst an mehreren Stellen sparen: mit dem passenden Shopify-Paket, durch einen günstigeren Kartenvertrag oder durch alternative Lösungen für Klarna und Ratenzahlung. Allerdings erhebt Shopify bei gebührenpflichtigen externen Zahlungsanbietern zusätzliche Transaktionsgebühren: 2 % bei Basic, 1 % bei Grow, 0,6 % bei Advanced und 0,2 % bei Plus. Diese Aufschläge müssen in jede Vergleichsrechnung hinein. Ausnahmen für bestimmte Zahlungswege sind gesondert zu prüfen: Bei aktivem Shopify Payments als primärem Zahlungsanbieter sind beispielsweise PayPal-Transaktionen von diesen zusätzlichen Gebühren befreit.
Wie groß der Unterschied sein kann, zeigen wir anhand eines Shops mit 100.000 € monatlichem Zahlungsvolumen. Dabei rechnen wir nicht mit den deutschen Listenpreisen von Shopify. Nur die günstigeren Alternativkonditionen sind ausdrücklich Beispielangebote. So siehst du, wann ein Wechsel wirklich Geld spart – und wann ein scheinbar besserer Preis durch den Shopify-Aufschlag wieder aufgefressen wird.
Ein Upgrade von Basic auf Grow oder Advanced erfolgt häufig wegen wachsender Anforderungen: zusätzliche Mitarbeiterkonten, internationaler Verkauf, Versandfunktionen oder komplexere Auswertungen. Günstigere Zahlungsgebühren sind ein zusätzlicher Vorteil, selten der einzige Grund. Bei Advanced lohnt es sich besonders, externe Zahlungsangebote wirtschaftlich zu vergleichen.
Ein weiterer Hebel wird häufig übersehen: Ratenzahlung muss nicht zwangsläufig über Klarna laufen. Je nach Anbieter und Integration kannst du eine andere Finanzierung anbieten und bereits auf der Produktseite mit einem Ratenrechner zeigen, was der Kauf monatlich kostet. Das kann Kosten senken und gleichzeitig Kaufentscheidungen erleichtern. Ob es tatsächlich besser funktioniert, solltest du messen.
Warum Shopify-Gebühren schnell ins Geld gehen
Stell dir vor, dein Shop erzielt 100.000 € Umsatz im Monat. 50 % davon bezahlen Kunden mit PayPal, 40 % mit Klarna, 5 % mit Kreditkarte und 5 % mit weiteren Zahlarten. Der durchschnittliche Warenkorb liegt bei 100 €. Das sind 1.000 erfolgreiche Zahlungen. Was auf den ersten Blick nach kleinen Prozentsätzen aussieht, summiert sich über zwölf Monate zu einem erheblichen Betrag.
Die monatliche Grundgebühr ist dabei nur ein Teil der Rechnung. Entscheidend sind die Gebühren pro Zahlung, der durchschnittliche Warenkorb, die Zahlartenverteilung und gegebenenfalls der zusätzliche Shopify-Aufschlag für externe Anbieter. Wer nur den Paketpreis betrachtet, übersieht häufig den größten Kostenblock.
Die deutschen Shopify-Preise im Vergleich
Shopify bietet in Deutschland die Pakete Basic, Grow, Advanced und Plus. Die folgende Übersicht verwendet die von Shopify für Deutschland ausgewiesenen regulären Konditionen. Aktionspreise, individuelle Plus-Verträge und Sonderkonditionen können abweichen.
| Gebühr / Paket | Basic | Grow | Advanced | Plus |
|---|---|---|---|---|
| Monatlich kündbare Abrechnung | 36 € | 105 € | 384 € | ab 2.100 € |
| Monatlicher Betrag bei jährlicher Zahlung | 27 € | 79 € | 289 € | nicht ausgewiesen |
| Standard-Karten online | 2,1 % + 0,30 € | 1,8 % + 0,30 € | 1,6 % + 0,30 € | 1,3 % + 0,30 € |
| Klarna | 2,99 % + 0,35 € | 2,99 % + 0,35 € | 2,99 % + 0,35 € | 2,19 % + 0,35 € |
| Externe Anbieter: zusätzlicher Shopify-Aufschlag | 2 % | 1 % | 0,6 % | 0,2 % |
Auffällig ist vor allem Klarna: Von Basic bis Advanced bleibt der Listenpreis identisch. Erst bei Plus sinkt der prozentuale Satz auf 2,19 %. Wer hauptsächlich Klarna-Zahlungen verarbeitet, spart durch ein Upgrade von Basic auf Grow oder Advanced also nicht automatisch Klarna-Gebühren. Bei Standard-Kartenzahlungen sieht das anders aus: Hier sinkt der Satz mit jeder Paketstufe.
Für internationale Karten, American Express und weitere Zahlarten gelten eigene Konditionen. Auch der tatsächliche Paketpreis kann vom Abrechnungsintervall abhängen. Für die Wirtschaftlichkeitsrechnung solltest du deshalb immer deinen aktuellen Shopify-Vertrag und die tatsächlichen Abrechnungen heranziehen.
Wann solltest du von Basic auf Grow, Advanced oder Plus wechseln?
Ein wachsender Shop braucht irgendwann mehr als einen günstigen Einstiegstarif. Vielleicht bearbeiten inzwischen mehrere Mitarbeiter Bestellungen. Vielleicht verkaufst du in verschiedene Länder, benötigst Versandtarife direkt von deinen Logistikpartnern oder willst den Checkout stärker auf unterschiedliche Märkte abstimmen. Genau solche Anforderungen sind oft der bessere Grund für einen Paketwechsel als ein kleiner Unterschied bei den Zahlungsgebühren.
Basic zu Grow: Wenn du nicht mehr allein arbeitest
Basic ist für einen kleineren Shop oft völlig ausreichend. Der erste klare Grund für Grow sind zusätzliche Mitarbeiterkonten: Basic enthält keine regulären zusätzlichen Mitarbeiterkonten, Grow erlaubt fünf. Sobald Kundenservice, Lager und Marketing eigenständig im Shop arbeiten sollen, wird das relevant. Grow kann auch sinnvoll sein, wenn du weitere Funktionen für die tägliche Zusammenarbeit benötigst. Ein Upgrade allein wegen der Kartenkonditionen lohnt bei einem geringen Kreditkartenanteil dagegen meist nicht.
Grow zu Advanced: Wenn der Shop komplexer wird
Advanced bietet bis zu 15 Mitarbeiterkonten. Hinzu kommen erweiterte Möglichkeiten für internationalen Handel, die Anpassung von Shop-Erlebnissen für einzelne Märkte sowie die Einbindung von durch externe Versanddienste berechneten Versandtarifen. Auch bei Auswertungen und Prognosen bietet Advanced zusätzliche Möglichkeiten. Wichtig: Berichte und eigene Auswertungen sind nicht grundsätzlich erst ab Advanced verfügbar. Prüfe daher konkret, welche Auswertung dir in deinem bestehenden Paket fehlt.
Bei der Checkout-Anpassung ist ebenfalls eine klare Unterscheidung nötig: Advanced ermöglicht bestimmte marktbezogene Anpassungen. Eine weitreichende individuelle Gestaltung und eigene Checkout-Abläufe, etwa mit Checkout Extensions, sind vor allem ein Thema für Shopify Plus. Advanced bedeutet also nicht automatisch, dass sich der gesamte Checkout frei umbauen lässt.
Advanced zu Plus: Wenn Standardprozesse nicht mehr reichen
Plus wird interessant, wenn größere Teams, komplexe B2B-Prozesse, mehrere Märkte oder besondere Anforderungen an den Checkout zusammenkommen. Hier sind unter anderem umfangreichere Checkout-Anpassungen, zusätzliche B2B-Möglichkeiten und weitergehende Organisationsfunktionen relevant. Die deutlich höhere Grundgebühr sollte deshalb in erster Linie durch den tatsächlichen Funktionsbedarf begründet sein. Günstigere Zahlungskonditionen können die Rechnung verbessern, ersetzen diesen Bedarf aber nicht.
Kann ein Upgrade trotzdem allein durch Gebühren sinnvoll sein?
Ja. Besonders beim Sprung von Grow auf Advanced solltest du den Mehrpreis einmal gegenrechnen. Bei jährlicher Zahlung kostet Advanced nach der hier verwendeten deutschen Preistabelle 289 € statt 79 € monatlich, also 210 € mehr. Standard-Kartenzahlungen werden um 0,2 Prozentpunkte günstiger. Würdest du ausschließlich diese Gebühr betrachten, bräuchtest du 105.000 € monatliches Standard-Kartenvolumen, um den Aufpreis auszugleichen. Bei unserem Beispielshop mit nur 5.000 € Kartenvolumen spart das Upgrade dagegen gerade einmal 10 € im Monat.
Anders kann es aussehen, wenn du bereits gebührenpflichtige externe Zahlungsanbieter nutzt: Der zusätzliche Shopify-Aufschlag sinkt von 1 % bei Grow auf 0,6 % bei Advanced. Das sind 0,4 Prozentpunkte Unterschied. Bei 50.000 € tatsächlich davon betroffenem Zahlungsvolumen entspricht das 200 € im Monat. Zusammen mit 10 € geringeren Standard-Kartengebühren wäre der Aufpreis bei jährlicher Zahlung in diesem vereinfachten Beispiel gerade ausgeglichen. Das gilt ausdrücklich nur, wenn die externen Gebühren tatsächlich auf dieses Volumen anfallen und die übrigen Konditionen unverändert bleiben.
Meine Einordnung: Wähle dein Shopify-Paket zuerst nach den Funktionen, die du wirklich brauchst. Rechne anschließend die Gebühren durch. Ab Advanced wird der Vergleich mit externen Zahlungs- und Finanzierungslösungen wegen des niedrigeren Shopify-Aufschlags häufig interessanter. Eine feste Umsatzgrenze oder ein generelles Verbot solcher Lösungen bei Basic und Grow wäre aber falsch.
Klarna bei Shopify: Wie viel lässt sich tatsächlich sparen?
Klarna ist für viele Shops eine wichtige Zahlart. Im Basic-, Grow- und Advanced-Paket kostet sie laut deutscher Shopify-Preisliste jeweils 2,99 % plus 0,35 € pro Zahlung. Im Plus-Paket sind es 2,19 % plus 0,35 €. Gerade bei größeren Warenkörben macht der prozentuale Anteil den Unterschied.
Wir rechnen mit einem Shop im Grow-Paket, 100.000 € monatlichem Zahlungsvolumen und einem Klarna-Anteil von 40 %. Das entspricht 40.000 € über Klarna beziehungsweise 400 Zahlungen à 100 €.
| Klarna-Vergleich bei Grow | Bisher über Shopify | Alternative (Beispiel) |
|---|---|---|
| Kondition des Zahlungsanbieters | 2,99 % + 0,35 € | 1,60 % + 0,19 € |
| Kosten für 40.000 € / 400 Zahlungen | 1.336 € | 716 € |
| Zusätzliche Shopify-Gebühr (1 %) | – | 400 € |
| Gesamtkosten pro Monat | 1.336 € | 1.116 € |
| Ersparnis | – | 220 € / Monat |
Das Ergebnis: Selbst mit 1 % zusätzlicher Shopify-Gebühr wären das in diesem Beispiel 220 € weniger im Monat oder 2.640 € im Jahr. Die 1,60 % plus 0,19 € sind dabei ein angenommenes Alternativangebot. Ob eine entsprechende Klarna- oder vergleichbare BNPL-Anbindung für deinen Shopify-Shop verfügbar ist und wie Shopify sie abrechnet, muss vor einem Wechsel geprüft werden.
Nimmst du stattdessen bspw. ein Angebot von 2,10 % plus 0,19 €, schrumpft die Ersparnis bei denselben 40.000 € auf nur 20 € pro Monat. Genau deshalb reicht es nicht, zwei Prozentsätze nebeneinanderzustellen: Der Shopify-Aufschlag gehört zwingend dazu.
Und was ändert sich bei Shopify Plus?
Bei Plus kostet Klarna bereits 2,19 % plus 0,35 €. Gleichzeitig beträgt der zusätzliche Shopify-Aufschlag bei gebührenpflichtigen externen Anbietern nur 0,2 %. Die Ausgangslage ist also eine andere: Die bestehende Klarna-Kondition ist günstiger, dafür fällt der Aufschlag für eine Alternative deutlich kleiner aus.
Bei 40.000 € Klarna-Volumen und 400 Zahlungen ergeben sich mit dem Plus-Listenpreis 1.016 € Gebühren. Eine angenommene Alternative mit 1,60 % plus 0,19 € kostet einschließlich 0,2 % Shopify-Aufschlag 796 €. Auch hier wären 220 € Ersparnis möglich. Ob die Verbesserung realistisch ist, hängt von individuellen Angeboten, Integration und Zahlungsprodukt ab. Gerade im Plus-Segment lohnt sich deshalb die Prüfung verhandelbarer Konditionen.
Kreditkartengebühren: Ein kleinerer Hebel im Zahlartenmix
Bei Kreditkarten ist die Rechnung ähnlich, allerdings ändern sich die Shopify-Sätze bereits zwischen Basic, Grow und Advanced. Für Standard-Karten gelten 2,1 %, 1,8 % beziehungsweise 1,6 % plus jeweils 0,30 €. Im Plus-Paket sind es 1,3 % plus 0,30 €.
Bleiben wir beim Grow-Shop: 5.000 € monatlich laufen über Standard-Kartenzahlungen, bei 100 € durchschnittlichem Zahlungsbetrag sind das 50 Transaktionen. Shopify Payments kostet dafür 105 € im Monat.
| Kartenvergleich bei Grow | Shopify Payments | Alternative (Beispiel) |
|---|---|---|
| Abwicklungsgebühr | 1,80 % + 0,30 € | 0,70 % + 0,19 € |
| Abwicklung bei 5.000 € / 50 Zahlungen | 105 € | 44,50 € |
| Zusätzliche Shopify-Gebühr (1 %) | – | 50 € |
| Gesamtkosten pro Monat | 105 € | 94,50 € |
| Ersparnis | – | 10,50 € / Monat |
Das Beispiel zeigt auch die Grenze: Ein vermeintlich attraktives Angebot von 1,20 % plus 0,19 € wäre nach dem zusätzlichen 1-%-Shopify-Aufschlag bei Grow teurer als Shopify Payments. Günstiger wird eine externe Lösung erst, wenn der gesamte Preis unter den bisherigen Kosten liegt. Die angesetzten 0,70 % plus 0,19 € sind ein Rechenbeispiel und keine pauschal verfügbare Kondition.
Bei großen Warenkörben wirken niedrigere Prozentsätze besonders stark. Bei kleinen Warenkörben kann dagegen die feste Gebühr pro Transaktion entscheidend sein. Ein Shop mit durchschnittlich 20 € Warenkorb sollte deshalb anders kalkulieren als einer mit 200 €.
Was bringen die Einsparungen bei Klarna und Kreditkarte zusammen?
Im beschriebenen Grow-Shop entstehen bei 100.000 € Monatsvolumen derzeit 1.336 € Klarna-Gebühren und 105 € Standard-Kartengebühren. Zusammen sind das 1.441 € pro Monat für diese beiden Zahlarten – noch ohne PayPal, die übrigen Zahlarten und die Shopify-Paketgebühr.
| Monatliche Zahlungskosten | Shopify-Konditionen | Alternative inkl. Aufschlag |
|---|---|---|
| Klarna: 40.000 € / 400 Zahlungen | 1.336 € | 1.116 € |
| Kreditkarte: 5.000 € / 50 Zahlungen | 105 € | 94,50 € |
| Gesamt | 1.441 € | 1.210,50 € |
| Unterschied | – | 230,50 € weniger |
Nur auf Klarna und Kreditkarte bezogen wären das unter diesen ausdrücklich angenommenen Alternativkonditionen 230,50 € pro Monat oder 2.766 € pro Jahr. Die Kosten für 50.000 € PayPal-Umsatz und 5.000 € sonstige Zahlarten bleiben in beiden Szenarien unverändert und sind in dieser Teilrechnung nicht enthalten. Einmalige Integrationskosten, laufende Zusatzentgelte, Erstattungen und mögliche Unterschiede im Leistungsumfang sind ebenfalls noch nicht eingerechnet. Entscheidend ist also nicht, dass ein Anbieter „billiger“ wirbt, sondern was nach allen Gebühren tatsächlich übrig bleibt.
Ratenzahlung: Die oft übersehene Alternative zu Klarna
Viele Händler denken beim Thema Ratenkauf automatisch an Klarna. Dabei gibt es weitere Finanzierungsmodelle, die sich hinsichtlich Händlergebühr, Laufzeiten, Auszahlungszeitpunkt und Risikoverteilung unterscheiden. Für Shops mit höherpreisigen Produkten kann sich dieser Vergleich besonders lohnen.
Ein Beispiel: Du verkaufst ein Produkt für 1.200 €. Statt nur einen Button „Später bezahlen“ anzubieten, könnte ein integrierter Finanzierungsrechner bereits auf der Produktseite anzeigen, welche Monatsrate sich bei 6, 12 oder 24 Monaten ergibt. Das macht den Kaufpreis für Kunden greifbarer, noch bevor sie den Checkout erreichen.
Wichtig: Die tatsächlich angezeigte Rate muss zu den realen Finanzierungskonditionen passen. Effektiver Jahreszins, Gesamtkosten, Laufzeit und erforderliche Verbraucherinformationen dürfen nicht durch eine unverbindliche Beispielrate ersetzt werden. Die Kreditentscheidung liegt beim jeweiligen Finanzierungspartner.
Welche Modelle kommen infrage?
- Finanzierung durch einen Partner: Der Finanzierungspartner prüft den Kunden und zahlt den Händler nach vereinbartem Modell aus. Händlerkosten und Risikoübernahme unterscheiden sich je nach Vertrag.
- Ratenzahlung mit Händlerzuschuss: Der Händler übernimmt einen Teil der Finanzierungskosten, damit Kunden günstigere Raten erhalten. Ob sich das lohnt, hängt vom zusätzlichen Absatz und dem Deckungsbeitrag ab.
- Individuell integrierte Ratenkaufstrecke: Ein Finanzierungsrechner und eine passende Antragsstrecke können bereits auf Produkt- oder Warenkorbseite beginnen. Die technische Verfügbarkeit in Shopify ist vorab zu prüfen.
Auch hier gilt: Bei einer gebührenpflichtigen externen Zahlungsabwicklung muss der zusätzliche Shopify-Aufschlag berücksichtigt werden. Eine Finanzierung ist nicht automatisch günstiger als Klarna. Sie kann es aber sein – vor allem, wenn sich Finanzierungskosten, Auszahlungsbedingungen und Integration passend gestalten lassen.
Für die Entscheidung zählt außerdem, ob der Ratenkauf wirklich zusätzliche Bestellungen ermöglicht oder nur bestehende Zahlungen auf eine andere Zahlart verschiebt. Ein sauberer Test zeigt, ob sich die Alternative sowohl bei den Gebühren als auch bei den Kaufabschlüssen lohnt.
Wann ein anderer Zahlungsanbieter die Conversion verbessern kann
Weniger Gebühren sind ein unmittelbarer Vorteil. Eine gut umgesetzte Zahlungslösung kann darüber hinaus helfen, Kaufabbrüche zu reduzieren: etwa wenn Kunden ihre bevorzugte Zahlart finden, eine Finanzierung früh verstehen oder weniger unnötige Schritte durchlaufen müssen.
Das ist aber kein Automatismus. Eine zusätzliche Weiterleitung, eine komplizierte Bonitätsprüfung oder ein unübersichtlicher Checkout können den gegenteiligen Effekt haben. Deshalb sollte eine neue Zahlart nicht allein wegen eines niedrigeren Gebührensatzes eingeführt werden.
Prüfe getrennt, wie viele Kunden den Kauf tatsächlich abschließen, wie viele Zahlungen technisch erfolgreich sind und welche Kosten pro bezahlter Bestellung entstehen. Eine bessere Conversion ist wirtschaftlich nur dann ein Gewinn, wenn der zusätzliche Deckungsbeitrag die zusätzlichen Kosten übersteigt.
Wie sich Paymentkosten in der Praxis optimieren lassen, zeigt die Fallstudie der E-Scale Group: Dort konnten die Paymentkosten um bis zu 41 % reduziert werden.
So prüfst du dein eigenes Einsparpotenzial
Du musst nicht sofort deinen gesamten Checkout umbauen. Häufig reicht es, zunächst drei Monate Zahlungsabrechnungen auszuwerten. Erfasse pro Zahlart den Umsatz, die Zahl der erfolgreichen Transaktionen und die tatsächlich gezahlten Gebühren. Bei stark saisonalem Geschäft solltest du zusätzlich ein vollständiges Jahr betrachten.
- Paket prüfen: Welche Shopify-Stufe nutzt du und was kosten die Zahlarten dort tatsächlich?
- Zahlarten aufteilen: Wie viel Umsatz läuft über Klarna, Standard-Karten, internationale Karten und weitere Methoden?
- Alternativen vollständig kalkulieren: Rechne externe Anbietergebühren, Shopify-Aufschläge und zusätzliche laufende oder einmalige Kosten zusammen.
- Ratenzahlung separat betrachten: Prüfe Finanzierungsangebote, Laufzeiten, mögliche Händlerkosten und die Integration eines Ratenrechners.
- Ergebnis messen: Vergleiche nicht nur Gebühren, sondern auch erfolgreich abgeschlossene Käufe und die tatsächliche Wirtschaftlichkeit.
Wenn du außerdem Kaufabbrüche reduzieren möchtest, findest du in der Conversion-Checkliste 254 konkrete Ansatzpunkte für deinen Onlineshop.
Fazit
Shopify-Gebühren lassen sich senken – aber nicht durch einen simplen Vergleich zweier Prozentsätze. Die richtige Rechnung berücksichtigt deinen Paketpreis, den tatsächlichen Zahlartenmix und bei externen Anbietern den zusätzlichen Shopify-Aufschlag. Bei diesem Beispielmix ist Klarna der deutlich größere Hebel als Kreditkarte. PayPal und die übrigen Zahlarten müssen für eine vollständige Gesamtkostenrechnung separat berücksichtigt werden.
Auch Ratenzahlung ist mehr als eine zusätzliche Checkout-Schaltfläche. Ein passendes Finanzierungsangebot mit verständlicher Monatsrate kann eine Alternative zu Klarna sein und bei höherpreisigen Produkten den Kauf erleichtern. Ob es günstiger und erfolgreicher ist, hängt vom konkreten Angebot ab.
- 1. Gebühren aufschlüsseln: Erfasse deine echten Shopify- und Zahlungsgebühren je Zahlart.
- 2. Angebote komplett vergleichen: Rechne günstigere Konditionen immer einschließlich Shopify-Aufschlag und Zusatzkosten.
- 3. Ratenzahlung testen: Prüfe alternative Finanzierungen, einen Produktseiten-Rechner und ihre Wirkung auf abgeschlossene Käufe.
Häufige Fragen
In Deutschland liegen die Online-Standard-Kartengebühren laut Shopify-Preisliste bei 2,1 % + 0,30 € (Basic), 1,8 % + 0,30 € (Grow), 1,6 % + 0,30 € (Advanced) und 1,3 % + 0,30 € (Plus). Für andere Kartenarten können andere Sätze gelten.
Bei Basic, Grow und Advanced sind 2,99 % + 0,35 € pro Zahlung ausgewiesen, bei Plus 2,19 % + 0,35 €. Individuelle Vereinbarungen können abweichen.
Bei gebührenpflichtiger externer Abwicklung sind zusätzlich 2 % (Basic), 1 % (Grow), 0,6 % (Advanced) oder 0,2 % (Plus) zu berücksichtigen. Bestimmte Zahlungswege können ausgenommen sein. Die konkrete Integration ist entscheidend.
Ja, wenn die eingesparten Anbietergebühren größer sind als der zusätzliche Shopify-Aufschlag und alle weiteren Kosten. Entscheidend ist die vollständige Rechnung mit deinem tatsächlichen Umsatz und der Zahl der Transaktionen.
Je nach Anbieter und verfügbarer Integration sind alternative Finanzierungen möglich, teilweise auch mit einem Ratenrechner auf der Produktseite. Konditionen, Verbraucherinformationen, technische Anbindung und mögliche zusätzliche Shopify-Gebühren müssen im Einzelfall geprüft werden.
Quellen
- Shopify Help Center – Shopify Payments und Gebühren für Zahlungen in Deutschland



